S O M M E R P A U S E

 

Liebe Kunstfreund:innen,

 

wir verabschieden uns in eine kleine Sommerpause und sind ab dem 08. August mit einer neuen, frischen Ausstellung wieder für euch da.

Passt gut auf euch auf, cremt euch fleißig ein und vergesst nicht, ausreichend zu trinken.

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen!

   Eure Galerie Kuchling ☀️

 

 


… und als Nächstes?


 

 

 

XECON UDDIN

Conversations in a Daydream
08. August – 02. Oktober 2026

 

 

 

Conversations in a Daydream bewegt sich in einem Raum zwischen Erinnerung, Begehren und stiller Körperlichkeit. Xecon Uddins Malereien zeigen Figuren, Tiere und vegetative Formen in traumartigen Übergängen, in denen Nähe weniger erzählt als empfunden wird. Berührungen bleiben angedeutet, Blicke verweilen, Zeit scheint sich zu verlangsamen. Seine Arbeiten öffnen intime Bildräume, in denen sich queere Identität nicht als festgeschriebene Kategorie manifestiert, sondern als fragile, lebendige Erfahrung von Beziehung, Wahrnehmung und emotionaler Nähe.

Der Ausstellungstitel verweist auf jene inneren Gespräche, die Uddins Arbeiten durchziehen. Es sind Dialoge ohne Sprache. Zwischen Erinnerung und Wunsch, Körper und Landschaft, Nähe und Distanz. Seine Bilder zeigen keine konkreten Ereignisse oder Geschichten. Vielmehr entfalten sie sich wie Tagträume. Fragmentarisch, offen und von einer stillen Intensität getragen. Die Figuren erscheinen häufig in Momenten des Innehaltens, versunken in Gedanken oder Erinnerungen. Sie scheinen weniger mit ihrer Umgebung als mit ihrem eigenen Inneren beschäftigt zu sein und laden dazu ein, den Blick zu verlangsamen und jenen Empfindungen Raum zu geben, die sich dem Eindeutigen entziehen.

Körper erscheinen dabei durchlässig. Eingebettet in Pflanzen, Tiere oder farbige Zwischenwelten, die weniger reale Orte als emotionale und psychische Zustände beschreiben. Blumen, Blätter und organische Formen fungieren nicht als dekorative Elemente, sondern als emotionale Resonanzräume. Sie spiegeln Sehnsucht, Fürsorge, Verletzlichkeit und Begehren wider und werden zu sichtbaren Trägern innerer Erfahrungen. Mensch und Natur treten dabei in einen stillen Dialog, in dem Grenzen zwischen Innen und Außen, Erinnerung und Gegenwart zunehmend verschwimmen.

Zwischen leuchtenden Farbflächen, dunklen Bildräumen, zarten Gesten und verletzlichen Blicken entwickelt Uddin eine Malerei, die Intimität nicht ausstellt, sondern behutsam sichtbar werden lässt. Seine Figuren begegnen der Welt nicht durch Handlung, sondern durch Wahrnehmung. Gerade in ihrer Zurückhaltung entfalten die Arbeiten eine besondere Präsenz. Sie erzählen von jenen Momenten, in denen Identität, Nähe und Selbstwahrnehmung nicht erklärt werden müssen, sondern einfach existieren dürfen.

Geboren in Comilla, Bangladesch, lebt und arbeitet Xecon Uddin seit 2010 in Paris. Nach seinem Studium der Bildenden Kunst in Dhaka entwickelte er eine vielschichtige künstlerische Praxis, die Malerei, Druckgrafik, Keramik und experimentelle Verfahren miteinander verbindet. Unterschiedliche Materialien und Techniken, darunter Lithografie, Aquatinta, Tinte, Acryl oder Zyanotypie, untersucht er dabei nicht nur als formale Mittel, sondern als eigenständige Ausdrucksformen gelebter Erfahrung.

Gerade in ihrer Ruhe tragen diese Arbeiten eine besondere Form von Widerstand und Hoffnung in sich. Sie bestehen auf Zärtlichkeit, Verletzlichkeit und emotionaler Offenheit. In einer Gegenwart, die diese Zustände oft verdrängt oder bedroht. Schmerz wird dabei nicht verborgen, sondern in etwas Verbindendes transformiert. In Nähe, Fürsorge und die Möglichkeit, die Welt anders zu betrachten. Uddins Figuren verweilen in einem Zustand zwischen Traum und Wachsein, in dem Verletzlichkeit nicht als Schwäche erscheint, sondern als Voraussetzung für Empathie, Würde und gegenseitige Wahrnehmung.

Seine Arbeiten entwerfen keine idealisierte Gegenwelt. Vielmehr eröffnen sie einen sensiblen Raum für die Frage, wie ein Zusammenleben aussehen könnte, das auf emotionaler Nähe, Respekt und gegenseitiger Sichtbarkeit beruht. Sie kreisen um jene leisen Formen von Selbstsicherheit, Zuneigung und Verbundenheit, denen man folgt, auf die man wartet oder zu denen man andere einlädt. In einer Zeit permanenter Beschleunigung erinnern sie daran, dass Aufmerksamkeit, Fürsorge und Verletzlichkeit selbst zu einer Form der Begegnung werden können.

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